Private Pflegeversicherung als soziale Absicherung

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Pflegeversicherung | Foto: Alexander Raths/istockphoto.com

Schau nicht in die Vergangenheit sondern in die Zukunft. Dieser Leitsatz gilt für Jung und Alt. Der demographische Wandel zeigt die Notwendigkeit der Vorsorge im Pflegesektor auf. Das Lebensalter von Frauen und Männern steigt konstant an. Im gleichen Zuge verhält es sich mit den Lebenshaltungskosten. Die jedoch sinkenden Beitragszahler sind zukünftig nicht in der Lage die anfallenden Pflegekosten abzudecken.

Berechnungen zufolge, wird die Zahl an Demenzkranken bis 2030 auf ca. 1,7 Mio Menschen ansteigen. Ein Großteil der Betroffenen werden bei stagnierenden Rentenzahlungen die zusätzlich anfallenden Pflegekosten, die über dem Pauschalbetrag der Kassen, der sich nach der Pflegestufe des Betroffenen richtet, nicht zahlen können und ist somit auf Hilfe Dritter angewiesen. Häufig geraten gerade Senioren aufgrund von nachlassender Kraft, Sehstärke und altersbedingten Krankheiten in finanzielle Armut, Schulden oder nicht im seltensten Fall müssen Folgegenerationen bürgen.

Ab 2013 staatliche Unterstützung im Bereich Pflegeabsicherung

Um diesem Szenario entgegen zu wirken, hat das Bundeskabinett ab 2013 eine staatliche Förderung der privaten Pflegeversicherung beschlossen. Hierbei spielt das persönliche Einkommen keine Rolle. Ab 1. Januar 2013 erhalten gesetzlich Pflegeversicherte eine Zulage von 60€ jährlich, sprich 5€ im Monat, wenn dieser eine freiwillige private Pflegezusatzversicherung abschließt. Dabei liegt der Mindestbeitrag bei 120€. Mit diesem Beschluss sollen staatliche Förderung und Leistung in einem angemessenen Verhältnis stehen.

Für wen gilt die Förderung?

Förderungsfähig sind alle versicherten Erwachsenen, die sich in einer sozialen oder privaten Pflegeversicherung ohne Ausschlusskriterien oder Risikozuschlägen befinden. Ausgeschlossen von der Förderung sind Minderjährige und bereits pflegebedürftige Personen.

Die staatliche Zulage wird auf Antrag beim Versicherer der Pflegezusatzversicherung gewährt. Beispielsweise bietet die Allianz private Pflegeversicherung in ihrem Vorsorgeprogramm individuell und auf die finanzielle Situation abgestimmt an. Die Einstufung in die Pflegestufe ist sowohl für die gesetzliche als auch für die private Pflegeversicherung verbindlich. Hier sind keine zusätzlichen Kostennachweise notwendig. Im Falle von Arbeitslosigkeit und somit Bezug von ALG II oder Grundsicherung kann der Vertrag bis zu drei Jahren ruhen oder bei Bedarf innerhalb von drei Monaten gekündigt werden.

Ziel der staatlichen Förderung der privaten Pflegevorsorge ist unverzichtbarer Bestandteil zur generationsgerechten, nachhaltigen und sozialen Absicherung unserer Gesellschaft.

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2 Reaktionen zu “Private Pflegeversicherung als soziale Absicherung”

  1. Ariette

    Das Ziel wird wohl verfehlt werden… Was nützen mir 120€ im Jahr Zuschuss, wenn die Versicherungstarife dafür umso teurer werden. Ich kann mir kaum vorstellen, wie die Versicherer sonst die Unisex-Tarife und das höhere Risiko aufgrund fehlender Gesundheits-Check finanzieren werden. Also wirds für alle teurer und der “Zuschuss” ist verdampft. Aber hauptsache die FDP kann sich in der Öffentlichkeit mal als sozial präsentieren.

  2. Pflegerente

    Nun, klar wird das Ziel verfehlt, aber das ist nichts Neues. Wichtig ist, dass man für dieses Problem der Pflegesituation einmal sensibilisiert wird. Die Politik wird hier nicht helfen, wo hilft sie schon, wo kann sie überhaupt helfen.
    Die Pflege wird Familiensache werden, weil kein Mensch mehr die Kosten schultern kann. Wer etwas Geld übrig hat, kann Zusatzversicherungen abschließen, wenn auf di Inhalte geachtet wird- Stichwort ” Einstufung in eine Pflegestufe”. Wer dort die Möglichkeit hat, dies über den eigenen Hausarzt einstufen lassen zu können, hat dort schon mal Vorteile.
    Einfach mal googeln – “Pflegerente Hausarzt”

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