Alkohol macht Senioren langsam
Das Reaktionsvermögen von älteren Menschen ist nach dem Genuss von Alkohol stärker beeinträchtigt, als das von jüngeren. Das belegt eine Studie, die eine Forschungsgruppe der Universität Florida in Gainesville zum Alkoholkonsum veröffentlicht hat. Die Wissenschaftler untersuchten das Koordinationsvermögen bei jüngeren und älteren Probanden unter gleichen Bedingungen – oder anders formuliert: Alle untersuchten Personen wiesen beim Test den gleichen Blutalkoholspiegel auf.
Darüber heraus ergab die amerikanische Studie, dass die Senioren ihren Alkoholspiegel nur schlecht einschätzen konnten. Die Ergebnisse waren derart eklatant, dass viele Senioren sich noch für fahrtauglich hielten, obwohl der Alkoholspiegel im Blut eine totale Fahruntüchtigkeit auswies. Der Rat der Wissenschaftler ist eindeutig: Auto fahren mit Alkohol im Blut – das geht nicht zusammen – selbst bei geringen Mengen. Der Beleg: Selbst nach einem Glas Bier war das Reaktionsvermögen älterer Menschen so beeinträchtigt, dass von derart alkoholisierten Fahrern ein beträchtliches Unfallrisiko ausgeht. Zum Vergleich führten die Forscher eine Kontrolluntersuchung durch bei dem den Probanden ein alkoholfreies Placebo verabreicht wurde. Das Ergebnis war wie erwartet: Der altersabhängige Unterschied im Reaktionsvermögen wie beim Test unter Alkoholeinfluss war nicht zu beobachten.
Entwarnung kann für die realen Verhältnisse in Deutschland gegeben werden: Hierzulande nehmen die Senioren ihre Verantwortung für andere Menschen im Straßenverkehr sehr ernst. Nur knapp elf Prozent aller Verkehrsunfälle werden von Menschen jenseits des 65. Lebensjahrs verursacht. In Anbetracht der Tatsache, dass diese Personengruppe einen Anteil von knapp 20 Prozent der Bevölkerung darstellt kann man also mit Fug und Recht behaupten: In Deutschland stellen Senioren kein überdurchschnittliches Verkehrsrisiko dar.  Â
Elena Ragonese-Ponath | textpoint Redaktionsbüro






