Alte Menschen sind ausgeschlafen
Es klingt wie eine Binsenweisheit: Mit zunehmendem Alter braucht der Mensch weniger Schlaf. Auch die Qualität des Schlafs nimmt mit den Jahren ab. Menschen, die über 65 Jahre alt sind, schlafen etwa 45 Minuten kürzer als jüngere. Außerdem ist der Schlaf von Senioren nicht so tief, wie im jugendlichen Alter. Erstaunlich ist aber, dass die Oldies sich am Tag dennoch nicht müde fühlen. Das belegen die Ergebnisse einer Studie bei der 110 Probanden verschiedener Altersklassen untersucht wurden.
Grundsätzlich sind Senioren trotz kürzerer Schlafzeiten aber ausgeschlafener als junge Menschen. Über das Warum rätseln die Wissenschaftler – zumal der Schlaf der Alten nicht sehr tief ist. Das belegen die Untersuchungsergebnisse ebenfalls. Erstaunlich: Bei einem Versuch in einem abgedunkelten Raum schliefen die Jungen nach durchschnittlich neun Minuten ein, die Alten erst nach 14 Minuten. Neueste Forschungsergebnisse anderer Untersuchungen bestätigen, dass der sogenannte Kurzschlaf am Tag den natürlichen Bedürfnissen entspricht. Mindestens einen Kurzschlaf täglich empfehlen die Mediziner. Damit können Senioren – vereinfacht gesagt – die flachere Schlaftiefe und das damit verbundene häufigere Aufwachen ausgleichen. Von den nächtlichen Weckreaktionen merken die meisten Menschen zwar nichts, sie sorgen aber für etwaige Abgeschlagenheit am nächsten Morgen. Wenig verwunderlich ist dagegen ein anderer Grund für nächtliche Unruhe: Die meisten Menschen im Alter über 65 Jahren wachen mindestens einmal pro Nacht wegen eines erhöhten Harndrangs auf.
Jürgen Ponath | textpoint Redaktionsbüro





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