Alte wollen kein Seniorenrad

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Alte sind ganz normale Menschen: Das bestätigt sich auch in Umfragen immer wieder. Menschen mit der Erfahrung von einigen Jahrzehnten wollen keine Oldie-Autos und können sich auch nicht für Senioren-Räder erwärmen. Stattdessen bevorzugt die aktive Generation jenseits der Lebensmitte das individuelle Fahrrad. Stoßrichtung des Anforderungsprofils: leicht, komfortabel, sicher und wartungsarm – mit derartigen Attributen lassen sich die Rentner gerne ködern. 

Folglich kann es “das” Senioren-Rad gar nicht geben. Die Interessenten sind sind so unterschiedlich in Ihren Ansprüchen, dass die Hersteller dies in einer auf große Stückzahlen angelegten Serienproduktion gar nicht realisieren könnten. Die Generation 50+ stellt vielmehr Anforderungen, die nicht an bestimmte Fahrradtypen gestellt werden, sondern unabhängig davon umgesetzt werden müssen. Experten raten denn auch beim Fahrradkauf zu einem ausgiebigen Test. Probieren Sie vorher aus, ob der Rad-Typ wirklich zu Ihnen passt. Verlassen Sie sich auch nicht auf Vorlieben, die schon längere Zeit zurückliegen. Die Gewichtung einzelner Anforderungen verändert sich im Laufe der Zeit. Was noch vor zehn Jahren Ihren Beifall gefunden hat, kann heute zum K.o.-Argument werden. Drum prüfe wer sich (ewig) bindet.

Der Fachhandel beobachtet dennoch Schwerpunktthemen: Bei den meisten Interessenten verlieren sportliche Aspekte mit zunehmendem Alter an Bedeutung. An diese Stelle treten Sicherheitsaspekte wie wartungsarme und robuste Bauteile, sichere Lichtanlagen oder pannenfreie Bereifungen. In einem Punkt sind die Generationen aber einig: Überflüssiges Gewicht will niemand mit sich herumradeln. Und: Beim Technik-Wissen müssen Best-Ager oft passen. So sind die Vorzüge moderner Schaltungen ebenso häufig unbekannt wie gefederte Gabeln oder Sitze. Hier kann nur qualifizierte Beratung Abhilfe schaffen.

Jürgen Ponath

Jürgen Ponath | textpoint Redaktionsbüro

 

 

 

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Eine Reaktion zu “Alte wollen kein Seniorenrad”

  1. Bob Jürgensmeyer

    Ich berate Senioren und Gehbehinderte, die aus den unterschiedlichsten Gründen kein Zweirad mehr fahren können. Es ist erstaunlich, bei wie vielen Radläden manche schon waren und erst bei mir – einem nebenberuflichen Rentner – auf verschiedene Möglichkeiten hingewiesen werden. Die Reha-Läden kann man vollständig und den Standard-Fahrradladen meistens bezüglich einer qualifizierten Seniorenberatung abschreiben. Geeignete Räder zum ausgiebigen Probefahren mit eingebautem Rückenwind = E-Hilfe gibt es schon gar nicht.
    Resümee: die Möglichkeiten 10 Jahre länger unabhängig und mobil zu sein, ist nicht bekannt. Schade für die vielen rüstigen Alten, die das mit dem richtigen Rad noch sein könnten.

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