Britische Oldies wagen Schritt in die Selbstständigkeit

Großbritanniens Bürger sind besonders stark von der Wirtschaftskrise betroffen. Die Auswirkungen für Senioren sind durchaus als dramatisch zu bezeichnen. Wer mit 60 Lebensjahren seinen Job verliert, der hat es in allen europäischen Ländern schwer. Auf der Kanalinsel werden die Alten aber härter rangenommen als in vielen anderen Ländern. Doch die Oldies entwickeln zunehmend eigene Initiativen, um gegen das vermeintliche Schicksal anzukämpfen.

Krisen fordern immer Opfer. Häufig aber nicht diejenigen, die sie verursacht haben. So auch bei der Finanz- und Wirtschaftskrise, die weite Teile der Welt in Atem hält und immer mehr unschuldige Opfer fordert. Doch die Alten in Großbritannien machen mobil. Die Generation der Baby-Boomer kommt in die Jahre, verliert massenweise ihre Beschäftigung und wagt vermehrt den Schritt in die Selbstständigkeit. Das ist wenig verwunderlich, denn die staatlichen Einheitsrenten sind gering. Eine Arbeitslosenversicherung gibt es nicht. Die staatliche Unterstützung sieht wie folgt aus: Für den Zeitraum eines halben Jahres erhalten die Betroffenen umgerechnet 280 Euro. Anschließend geht es ans Eingemachte. Erspartes und notfalls auch das eigene Haus müssen für den Lebensunterhalt geopfert werden. Die Folge: Knapp 5.000 Senioren haben sich schon auf eigene Beine gestellt. Tendenz: weiter steigend. Und das Konzept der Alten kommt an. Die Angebote der britischen Oldies sind nicht zuletzt deswegen gefragt, weil die Seniorenunternehmen sehr verlässlich und kompetent arbeiten. Allerdings – und das sollte nicht verschwiegen werden – ist das Risiko der späten Selbstständigkeit größer als in jungen Jahren. Denn: Geht die Geschäftsidee nicht auf, dann ist die Gefahr des Totalverlusts der Ersparnisse sehr hoch. Und: Banken und Sparkassen gewähren auch in Großbritannien nur sehr ungern Kredite an Senioren. Deswegen fehlt es oft am nötigen Startkapital. Ein fataler Fakt – denn immerhin stecken viele Senioren nur aufgrund von abenteuerlichen Finanzaktionen in dieser prekären Lebenssituation.

Jürgen Ponath

Jürgen Ponath | textpoint Redaktionsbüro

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