Die Reformbewegung in der katholischen Kirche

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Laien im Gottesdienst | Foto: istockphoto.com/lisafx

Aktuell ist wieder eine Diskussion entbrannt um das Thema Kirchenaustritte. Die katholische Kirche hat per Dekret festgelegt, dass Ausgetretene von Abendmahl, Krankensalbung, kirchlichem Begräbnis, Taufpatentum und einer Ämterbekleidung ausgeschlossen werden. Und das Bundesverwaltungsgericht urteilte, dass ein Teilaustritt nicht rechtens ist. Ein Gläubiger kann also nicht austreten, um die Zahlung der Kirchensteuer zu umgehen, und gleichzeitig Teil der Glaubensgemeinschaft bleiben. Beide Vorgänge haben das Thema wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und eine lebhafte Debatte entfacht.

Reformbewegungen fordern Neuausrichtung der Kirche

Seit Jahren fordern Reformbewegungen wie „Wir sind Kirche“ eine flexiblere Haltung des Klerus in dieser Frage. Statt mit harten Konsequenzen zu drohen, plädieren sie für mehr Verständnis und Versöhnungsbereitschaft beim Umgang mit Austrittswünschen. Insbesondere sollten die deutschen Bischöfe nicht mehr behaupten, dass ein Austritt automatisch die Exkommunikation bedeute. Weitere wichtige Punkte sind die Gleichberechtigung der Frauen, die Aufgabe des zölibatären Dogmas, eine Neuausrichtung der Sexualmoral und mehr Mitsprache von Laien. Natürlich ist es eine schöne Aufgabe, Weihnachts- oder Osterdekoration auf Portalen wie kirchenbedarf-friedrich.de zu bestellen, aber die Mitwirkung der Laien sollte der Reformbewegung zufolge viel mehr umfassen.

Mehr Mitwirkung von Laien

„Wir sind Kirche“ fordert, dass die Laienpredigt fester Bestandteil des Kirchjahres wird. Dies ist neuerdings bei einem kurzfristigen Ausfall des Priesters möglich. In diesem Fall darf ein Laie – was ausdrücklich auch Frauen einschließt – einen Wortgottesdienst ohne Predigt und Kommunion abhalten und dabei ein liturgisches Gewand tragen. Im Rahmen der Aktion Kirchenvolkspredigt möchte die Reformbewegung diese Möglichkeit nicht nur im Falle eines Priesterausfalls etablieren. Weitere Forderungen umfassen die Mitentscheidung von Laien bei Bischofsernennungen und bei der Verwendung der Kirchsteuer.

Reformen für eine zukunftsfähige Kirche

Bei allen Begehren setzt „Wir sind Kirche“ auf den konstruktiven Dialog mit dem Klerus und wird dabei von vielen namhaften Theologen unterstützt. Ziel der Bewegung ist die Erneuerung der katholischen Kirche auf Basis des Zweiten Vatikanischen Konzils, um sie zukunftsfähig zu machen. Hervorgegangen aus dem 1995 in Österreich initiierten Kirchenvolksbegehren, ist die Initiative inzwischen weltweit aktiv und hat wesentlichen Anteil an den derzeitigen Dialogprozessen.

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