Dienstleistungen und Marktlücken

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Die Finanzkrise fordert täglich neue Opfer und die Bereitschaft der Gemeinschaft, für die Maßlosigkeit einiger Weniger in die Bresche zu springen. Boomende Bereiche gilt es praktisch gar nicht. Ausnahmen bestätigen die Regel: Als zu bewerbende Zielgruppe werden sogenannten “Best-Ager” gerade erst entdeckt. Immer neue Dienstleistungen und auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnittene Angebote sprießen wie Pilze aus der Erde – und haben allen Unkenrufen zum Trotz gute Aussichten auf einen nachhaltigen Geschäftserfolg.

Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Bis zum Jahr 2050 sinkt die Zahl der Deutschen auf knapp 70 Millionen Menschen. Die Zahl der über 80-Jährigen verdreifacht sich. Das Bundesministerium für Forschung beziffert die Zahl der Menschen, die 2030 älter als 60 Jahre sind auf etwa 28 Millionen. In knapp 20 Jahren ist jeder dritte Bundesbürger ein Senior.

Allein das Zahlenwerk offenbart, dass sich in dieser Entwicklung auch Käuferschichten und Zielgruppen für Dienstleistungen verbergen. Und so ist es nur wenig verwunderlich, dass spezifische Angebote für Senioren immer häufiger werden. An Busreisen in Richtung der deutschen Küste mit Wellness-Charakter haben wir uns schon gewöhnt. Jetzt kommen zunehmend innovative Ideen hinzu: Eine Berliner Firma ist in kurzer Zeit zu Deutschlands größtem Beratungsservice für Wohnen und Pflege im Alter geworden. Unter dem Namen Seniorplace bietet der Internet basierte Service 12.500 Plätze für ältere Menschen an. In Kooperation mit der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) haben die Betreiber offensichtlich eine echte Marktlücke entdeckt. Neben einer Übersicht möglicher Wohnformen im Alter bietet der Internetservice auch wertvolle Tipps für die Besichtigung von Wohnheimen. Darüber werden die Kriterien zur Beurteilung von Pflegestufen anschaulich erläutert. Checklisten zum Download zu den Themen “Wohnen mit Service” oder “Stationäre Pflege” runden das vorzügliche Angebot ab.

Auch der Wohnungsmarkt richtet sich zunehmend auf die Bedürfnisse älterer Menschen ein. Erste Fertighaushersteller bieten ebenerdige Lösungen für die Generation der Über 50-Jährigen an. Der Trend zum langen Verbleib in den eigenen vier Wänden hat gerade erst begonnen. Sogenannte Smart-Homes sollen den Senioren mithilfe technischer Unterstützung diesen Wunsch erfüllen.

Man darf allerdings sicher sein, dass künftig viele weitere Angebote hinzukommen werden. Fest steht aber: Erfolge können die Geschäftsideen vorweisen, die sich ganz nah an den Bedürfnissen der Älteren orientieren.

Jürgen Ponath

Jürgen Ponath | textpoint Redaktionsbüro

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2 Reaktionen zu “Dienstleistungen und Marktlücken”

  1. Gregor Kloeters

    Sehr geehrter Herr Ponath,

    ich bin der Meinung, dass dies auch wirklich an der Zeit ist. Nicht nur im Hinblick auf die von Ihnen angesprochene Statistik. Denn, und da müssen wir alle noch hin, brauchen diese Menschen auch eine Lobby. Doch auch hier kann man gemeinsam dran arbeiten.
    Beste Grüße

    Gregor Kloeters

  2. Jürgen Ponath

    Sehr geehrter Herr Kloeters,

    so wie es aussieht, stehen zahlreiche innovative Dienstleistungen für ältere Menschen kurz vor der Markteinführung. Nicht nur weil wir alle älter werden: Freuen wir uns auf die Dinge, die da auf uns zukommen.

    Freundliche Grüße
    Jürgen Ponath

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