Einsamkeit ist ansteckend
Einsamkeit hat offensichtlich schwerwiegendere Folgen als bisher angenommen. US-amerikanische Forscher berichten, dass man sich gewissermaßen mit Einsamkeit anstecken könne – ganz ähnlich wie mit einer Erkältung. Das meldet das Ärzte-Magazin in seiner Online-Ausgabe. Die Folge dieser Abwärtsspirale ist dann häufig ein Verlust der wenigen noch verbliebenen Sozialkontakte.
Eine US-Studie hat gezeigt, dass einsame Menschen bemerkenswerte Ansteckungsmuster aufweisen. Sie ziehen sich an den Rand des eigenen sozialen Netzwerks zurück und verlieren so auch noch den Rest ihrer Freunde, erläutern die Wissenschaftler aus Chicago. Bei den Untersuchungen lokalisierten die Forscher eine Verbindung zwischen der Anzahl enger Freunde und der Häufigkeit von Einsamkeitsepisoden. Dabei stellten Sie fest, dass einsame Menschen ihre Bezugspersonen mit ihrer Einsamkeit förmlich anstecken und eine Reaktion auslösen können. In der Folge rücken die Bezugspersonen ebenfalls an den Rand ihres sozialen Netzes. Auffällig war außerdem, dass sich das Gefühl der Einsamkeit eher unter Freunden als unter Verwandten verbreitet. Erstaunlich: Frauen sind von diesem Phänomen häufiger betroffen als Männer.
Die amerikanischen Wissenschaftler machen darauf aufmerksam, dass einsame Menschen ein erhöhtes Risiko für psychische und somatische Erkrankungen aufweisen. Das soziale Umfeld ist hier besonders gefordert und sollte sich verstärkt um die Betroffenen kümmern, bevor diese sich immer weiter zurückziehen.
Die Ergebnisse der Studie werden von vielen Beobachtungen gestützt, die das Pflegepersonal in Deutschland macht. Obwohl die Jahre im fortgeschrittenen Alter eine Chance bieten, das Leben zu genießen, fühlen sich Senioren oft einsam und überflüssig. Die Einsamkeit kann dabei solche Ausmaße annehmen, dass Menschen unter Stress-Symptomen leiden und an Depressionen erkranken. Häufig ist sogar das Pflegepersonal nicht in der Lage dies zu erkennen. Nicht selten drücken sich diese Zustände durch körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Schlaflosigkeit aus.
Jürgen Ponath | textpoint Redaktionsbüro
Tags: Depression, Einsamkeit, Senioren





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