Gemeinsam gegen einsam: Aktion von Freunde alter Menschen e.V. am Internationalen Tag der älteren Menschen

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Berlin. Altersarmut ist derzeit in aller Munde. Doch neben der materiellen Armut gibt es noch eine andere unerträgliche Not: die Vereinsamung und Isolation alter Menschen. Altersarmut und Einsamkeit bedingen sich häufig einander. Die Vereinsamung alter Menschen ist allerdings in der öffentlichen Wahrnehmung und in den Medien kaum präsent ist.

„Ich bin ganz allein. Ich habe keine Verwandten mehr und meine Freunde, mit denen ich früher so gern verreist bin, sind alle verstorben. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal im Alter so einsam sein werde.” Das sagte Erna J. 92 Jahre aus Berlin-Neukölln bevor sie zum Verein Freunde alter Menschen kam.

Der in Berlin ansässige Verein Freunde alter Menschen möchte mit einer Aktion auf Einsamkeit und Isolation im Alter aufmerksam machen und gleichzeitig für mehr bürgerschaftliches Engagement in diesem Bereich werben. Am 1. Oktober in der Zeit von 11-14 Uhr verteilen Freiwillige und Mitarbeiter des Vereins vor dem Rathaus Kreuzberg in der Yorkstraße 4-11 rote Rosen an Passanten. Sie werden die Passanten bitten, die Rose einem alten Menschen zu schenken und mit ihm ein bisschen Zeit zu verbringen. Unterstützt werden sie dabei von Knut Mildner-Spindler – Bezirksstadtrat für Soziales, Beschäftigung und Bürgerdienste und von Michael Büge – Staatssekretär für Soziales und Gesundheit. Die beiden Politiker werden in der Zeit von 11.00 – 12.00 Uhr vor Ort sein. Einige vom Verein betreute alte Menschen werden auch anwesend sein.

Warum diese Geste? Eine Blume ist ein Symbol der Aufmerksamkeit und der Moment des Überreichens kann für einen einsamen, alten Menschen ein kostbarer Augenblick sein. Viele Hochbetagte haben Freunde und Verwandte überlebt und wohnen räumlich getrennt von ihren Kindern. Laut dem aktuellen Deutschen Alterssurvey (DEAS) leben 1.9 Millionen Menschen im Alter von 80 Jahren und älter allein in einem Haushalt. Es ist anzunehmen, dass viele von ihnen von Einsamkeit und Isolation bedroht sind. Die zunehmende Mobilität und der demographische Wandel werden dazu führen, dass diese Gefahr tendenziell zunehmen wird. Dieses Problem kann man nicht an Dienstleister delegieren. Hier sind das Gemeinwesen, Nachbarschaft und engagierte Mitbürger gefragt. Dafür wollen wir sensibilisieren.”, sagt Klaus Pawletko, Geschäftsführer des Vereins.

Parallel werden an diesem Tag in zahlreichen Ländern die Freunde alter Menschen ähnliche Aktionen starten. Der Verein ist eine Freiwilligen-Organisation mit internationaler Ausrichtung. Weltweit engagieren sich in acht Ländern über 18.000 Freiwillige und Mitarbeiter gegen die Vereinsamung alter Menschen. Der Verein in Berlin konzentriert sich auf Menschen im hohen Alter, die häufig nicht mehr mobil und fit sind. Man vermittelt Besuchspartnerschaften, führt Veranstaltungen und Ausflüge durch und berät und informiert zum Thema Demenz.

Kontakt:
Freunde alter Menschen e.V.
Anne BiebersteinHornstraße 21
D-10963 Berlin (Kreuzberg)

Telefon +49 (0) 30 – 2175 5790
Telefax +49 (0) 30 – 6914 732
Web http://www.famev.de

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