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Opa und Oma auf Leihbasis

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Leihgroßeltern werden immer beliebter
Foto: © Rainer Sturm | pixelio.de

Kinder profitieren von den Großeltern – die Eltern ebenso. Jeder auf seine Weise. Weil die klassische Mehrgenerationenfamilie der Vergangenheit angehört, sind die Großeltern oft im Alltag nicht greifbar. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Häufig wohnen Kinder und Großeltern in zu großer Entfernung voneinander oder sie fehlen ganz, weil Paare sich immer später entschließen, ein Kind zu bekommen. Abhilfe beim Oma-und-Opa-Mangel schafft eine Bewegung, die von der Basis kommt. Leihgroßeltern gibt es in Deutschland zwar schon seit knapp 20 Jahren – allerdings führten sie ein wenig beachtetes Schattendasein. Neuerdings ist die Tendenz stark steigend. Das verwundert nicht, denn das Prinzip der Leihgroßeltern ist denkbar einfach: Ältere Menschen, die geistig und körperlich fit sind, werden als „ehrenamtliche“ Oma und Opa an Familien vermittelt. Ziel ist es, die neuen Großeltern langfristig in die Familie einzubinden – gelingt dies, so ist das ein echter Gewinn für beide Seiten.

Familien profitieren von der Unterstützung bei der Kinderbetreuung und der Lebenserfahrung der Leihgroßeltern. Umgekehrt können die geliehenen Omas und Opas ihre Liebe zu Kindern ausleben und bleiben zudem mit der Lebenswirklichkeit junger Generationen verbunden. Wie die Praxis zeigt, erfreut sich das Konzept zunehmender Beliebtheit. Die Aufgaben der Senioren sind vielfältig und reichen weit über das gemeinsame Basteln, Spazieren gehen, Singen oder Backen hinaus. Eine Ausbildung ist nicht nötig. Die Leihgroßeltern bieten die Hilfe an, die sie leisten können. Zentrales Element der Gemeinsamkeit von Familie und Leihgroßeltern ist das Beieinandersein.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Leihgroßeltern ersetzen keine Babysitter oder auch keine qualifizierte Kinderbetreuung. Selbst wenn diese Tätigkeiten hin und wieder zu den Aufgaben der Großeltern zählen: Leihgroßeltern sind kein billiges Dienstpersonal. Vielmehr sollte zwischen den Generationen ein ausgeglichenes Verhältnis entstehen, sodass sich beide Seiten wohl fühlen und keine gezwungene Atmosphäre entsteht. Die Vermittlung von Leihgroßeltern ist zurzeit nicht bundesweit einheitlich geregelt. In vielen Kommunen organisieren örtliche Träger wie zum Beispiel die Caritas das Zusammentreffen der Generationen. Auch das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser der Bundesregierung nennt Adressen und Ansprechpartner vor Ort.

Elena Ragonese-Ponath

Elena Ragonese-Ponath | textpoint Redaktionsbüro

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