Pflegekraft aus Osteuropa: Das sollten Sie beachten

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Altenpflegerin verbindet Seniorin das Bein

Den Wunsch, im eigenen Zuhause gepflegt zu werden, haben viele ältere Menschen. Wenn es die Angehörigen nicht alleine schaffen, übernehmen oft Frauen aus Osteuropa die Pflege. Was Betroffene bei der Anstellung osteuropäischer Helferinnen bedenken sollten.

Nach Schätzungen versorgen rund 150.000 Frauen aus Tschechien, Polen und Ungarn pflegebedürftige Menschen in deutschen Haushalten. Das Erschreckenden dabei: Circa 90 Prozent der Arbeitsverhältnisse sind illegal, obwohl es rechtlich erlaubt ist, eine ausländische Betreuungskraft zu beschäftigen. Wer ganz legal kranke Angehörige pflegen lassen möchte, muss einige Regeln beachten.

Agentur vermittelt Pflegekraft

Zum einen gibt es die Möglichkeit, die Haushaltshilfe aus Osteuropa fest anzustellen. Hier schließt der Pflegebedürftige bzw. seine Familie einen Arbeitsvertrag und wird zum Arbeitgeber. Das heißt, für den Pflegebedürftigen entstehen die üblichen Pflichten: Er muss für die Betreuungskraft Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung und Lohnsteuer entrichten. Außerdem muss die Haushaltshilfe beim Finanzamt, der Arbeitsagentur, der Krankenkasse, der Unfallversicherung und der Meldebehörde angemeldet werden.

Die einfachere Lösung ist die Vermittlung einer Pflegekraft über eine Agentur: Die deutsche Vermittlungsagentur arbeitet mit einem osteuropäischen Dienstleister zusammen, bei dem die heimische Haushaltshilfe angestellt ist. Steuern und Sozialversicherung zahlt dieses Unternehmen für die Frauen im Heimatland. Um ganz sicher zu gehen, dass alles mit rechten Dingen zugeht, sollten sich Betroffene das Formular A1 (alt E-101) zeigen lassen. In dem Papier werden Vorschriften sowie die abgeführten Sozialangaben aufgelistet. Auch den Lohn erhält die Pflegekraft vom osteuropäischem Dienstleister.

Teilen der Haushaltshilfe senkt Kosten

Eine osteuropäische Pflegekraft ist im Gegensatz zum Altenheim relativ günstig. Die häusliche Pflege beginnt bei etwa 1.600 Euro pro Monat, je nach Situation vor Ort und Wünschen variieren die Kosten. Laut pflegehelden.de ist es um einiges günstiger, sich eine Pflegekraft zu teilen. Dies bedeutet man teilt nicht nur die Pflege, sondern auch die Gebühren mit anderen hilfsbedürftigen Personen in der Nähe – vorausgesetzt diese möchten ebenfalls die geteilte Hilfe in Anspruch nehmen. Falls der Auftraggeber keinen Teilungspartner kennt, suchen die Agenturen nach einem möglichen Partner.

Ein Tipp zum Schluss: Was Pflegekräfte dürfen und können, ist nicht immer deckungsgleich. In der Regel kocht, putzt und kauft die Haushaltshilfe ein. Sie darf den Pflegebedürftigen waschen, anziehen und begleitet ihn bzw. sie bei Spaziergängen oder zu Arztterminen. Die eigentliche medizinische Versorgung muss aber ein ambulanter Pflegedienst mit Krankenkassenzulassung übernehmen. Eine osteuropäische Pflegekraft darf in der Regel weder Verbände wechseln, Spritzen setzen noch Medikamente geben.

Bild: Miriam Dörr-Fotolia.com

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