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Schlafmittel erhöhen das Sturzrisiko

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Besonders ältere Menschen leiden oft an Schlafstörungen. Da fällt der Griff zu Medikamenten leicht. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn: Mittel, die einen besseren Schlaf versprechen, haben meist viele weitere Auswirkungen. Sie beeinträchtigen zum Beispiel die Reaktionsfähigkeit und die Kontrolle über den eigenen Körper. In der Folge kann es zu schweren Stürzen kommen. Knochenbrüche und schwere Komplikationen sind dann vorprogrammiert. Zu weiteren und noch schwerer wiegenden Komplikationen kann es außerdem kommen, wenn mehrere Medikamente gleichzeitig eingenommen werden.

Eine Untersuchung des international renommierten Institus Karolinksa in Stockholm hat im Rahmen einer 2008 veröffentlichten Studie herausgefunden, dass Menschen, die Beruhigungsmittel einnehmen ein Sturzriskio haben, das drei Mal größer ist als bei Vergleichsgruppen, die ohne die Medikation auskommen. Den dafür verantwortlichen Stoff haben die schwedischen Wissenschaftler ebenfalls lokalisiert: Benzodiazepine.

Neuroleptika – auch als Nervendämpfungsmittel bezeichnet – sind in der Lage das Risiko schwerer Stürze nahezu zu verdoppeln. Selbst nach der Einnahme von leichten Schlaf- und Beruhigungsmitteln steigt das Sturzrisiko um etwa 40 Prozent an. In Anbetracht der Erfahrung, dass Knochenbrüche in fortgeschrittenen Jahren nur langsam heilen ist hier besondere Vorsicht angebracht. Experten raten deswegen Schlafmittel nur unter ärztlicher Aufsicht einzunehmen und jede Selbstmedikation zu vermeiden.

Problematisch kann auch die gleichzeitige Einnahme von Schlafmitteln und Psychopharmaka sein. Medikamentöse Wechselwirkungen können zur Benommenheit und verminderter Bewegungskontrolle führen. Als tückisch hat sich dabei die Tatsache herausgestellt, dass der Organismus im Alter Medikamente langsamer abbaut. Dies steigert die Unfallgefahr zusätzlich. Aus diesem Grund greifen Ärzte bei der Verordnung für ältere Menschen auf niedrigere Dosen zurück. Zusätzlich weichen die Mediziner auf alternative Wirkstoffe aus: Zoplicon und Zolipidem werden von Senioren besser vertragen. 

Jürgen Ponath

Jürgen Ponath | textpoint Redaktionsbüro

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