Schlafmittel erhöhen Selbstmordrisiko

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Die Pille, um ruhig und gut schlafen zu können, gerät immer mehr in Verruf: Wissenschaftler der schwedischen Gothenburg-Universität haben untersucht, ob psychoaktive Substanzen das Suizidrisiko von älteren Menschen beeinflussen können. Schon das Vorabergebnis der Untersuchung lässt aufhorchen. Demnach hat sich gezeigt, dass Schlafmittel das Suizidrisiko um den Faktor 14 steigern. Um Einflussfaktoren wie psychische Erkrankungen bereinigt, taugt das Untersuchungsergebnis ebenfalls nicht zur Entwarnung. Denn: Ältere Menschen, die auf Schlafmittel zurückgreifen, weisen eine um den Faktor vier höhere Suizidrate auf.

Über die Gründe für das Untersuchungsergebnis können die Wissenschaftler zurzeit nur spekulieren. Sie vermuten, dass Beruhigungs- oder Schlafmittel Verhaltensweisen wie Unbesonnenheit oder Aggressionen auslösen können oder zumindest fördern. Denkbar ist allerdings auch: Vorhandene Vorräte dieser Medikamente in der häuslichen Umgebung könnten die Einnahme einer Überdosis begünstigen. Ähnliches gilt für Falschmedikationen. So sei es möglich, dass Patienten andere Krankheiten und Beschwerden mit Schlaf- oder Beruhigungsmitteln bekämpfen möchten. Dazu zählen unter anderem: körperliche Leiden, Einsamkeit oder Alkoholmissbrauch. Und: Diese oder ähnliche Beschwerdebilder „provozieren“ Ärzte beinahe dazu, Schlaf- oder Beruhigungsmittel zu verschreiben und sind für die Patienten geeignet, immense Vorräte an Schlaftabletten zu generieren. Deswegen sollten die behandelnden Mediziner grundsätzlich darauf achten, welches Suizidriskio ältere Menschen aufweisen bevor sie zum Rezeptblock greifen.

Jürgen Ponath

Jürgen Ponath | textpoint Redaktionsbüro

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