senioren

Schweiz – wachsender Mangel bei der Pflege

Teilen:   facebook   facebook

Die Themen Gesundheit und Pflege werden zunehmend zu einem europäischen Problem, das dringend angegangen werden muss. In der Schweiz rechnen Gesundheitsexperten mit einer dramatischen Situation bei der Pflege, wenn nicht heute entsprechende Weichenstellungen vorgenommen werden. Nach Ansicht von Experten werden die Eidgenossen bis zum Jahr 2020 unter einem Mangel an nicht-ärztlichem Fachpersonal in Kliniken, Alters- und Pflegediensten leiden.

Wie die Ärzte-Zeitung berichtet waren im Jahr 2006 mehr als 200.000 Menschen in der Schweiz im Bereich der Pflege beschäftigt. Tendenz steigend. Experten erwarten, dass diese Zahl in den kommenden zehn Jahren um 25.000 Fachleute gesteigert werden muss, um die derzeitige Versorgungsqualität auch künftig sicherstellen zu können. Besonders gefragt werden dann Pflege-, Medizinaltechnik und Therapieberufe sein. Den stärksten Zuwachs im Bedarf erwarten die Fachleute bei der Langzeitpflege. Auch hier ist die demografische Entwicklung verantwortlich – ganz so wie in anderen europäischen Ländern auch. Der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren nimmt in der Schweiz bis 2020 um 14 Prozent zu. Ähnlich ist die Situation bei den über 80-Jährigen: Er steigt sogar um 35 Prozent.

Dem Fachkräftemangel wollen die Schweizer mit einer konzertierten Ausbildungsoffensive begegnen. Zurzeit werden jährlich 4.500 Fachkräfte ausgebildet – 2.000 kommen aus dem Ausland. Weil es derzeit zu wenig Abgänger an höheren Fachschulen oder Fachhochschulen gibt, die den künftigen Personalbedarf decken könnten, soll ein neuer Masterstudiengang die Ausbildung in den einzelnen Kantonen vereinheitlichen und das Berufsbild attraktiver machen. Außerdem planen die Behörden mehr Ausbildungsplätze zum Fachmann (Fachfrau) Gesundheit einzurichten.

Jürgen Ponath

Jürgen Ponath | textpoint Redaktionsbüro

Tags: , , ,

Einen Kommentar schreiben

CAPTCHA image