Senioren engagieren sich im Hochschulstudium
Rentner gehören in der Zwischenzeit zum alltäglichen Bild an deutschen Hochschulen. Um fit durch den Herbst des Lebens zu gelangen, wagen immer mehr ältere Menschen den Schritt in ein akademisches Leben. Eine echte Bereicherung für die Hochschulen, denn: Neben dem eigentlichen Lehrprogramm engagieren sich die Senioren auch in speziellen Arbeitsgemeinschaften. Das berichtet Campus Online – ein Projekt der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft sowie dem Studiengang Journalistik an der Universität Leipzig.
Erstaunlich: Die Universität in Leipzig zählt rund 500 eingeschriebene Senioren-Studenten. Sie belegen die gleichen Kurse und Veranstaltungen wie die jungen Studenten. Offensichtlich hat das aber noch nicht ausgereicht, um den Tatendrang und den Wissensdurst der silbernen Studierenden zu stillen. Und so kam es, wie es kommen musste: Vor knapp zehn Jahren wurden erste Arbeitsgemeinschaften speziell für Rentner gegründet. Der Hintergrund: Die älteren Studenten wollen das neu erworbene Wissen nicht nur in der Theorie anwenden, sondern das Gelernte auch gleich ausprobieren. Arbeitsgemeinschaften sind der Weg in einen größeren Praxisnutzen des späten Hochschulstudiums. Geleitet werden die studienbegleitenden Veranstaltungen von den Senior-Studenten selbst. Diese Form des Selbstengagements trägt durchaus Früchte. Seit der Gründung der Arbeitsgemeinschaften sprechend die silbernen Studenten miteinander Französisch oder haben auch schon Internetseiten gestaltet. Andere Resultate der Bemühungen sind zum Beispiel die Erstellung eines Lautatlasses der deutschen Sprache oder ein Katalog mit Straßennamen, die nach Universitätsprofessoren benannt sind.
Altersgrenzen gibt es praktisch nicht: Die späten Studierenden sind im Alter zwischen 60 und 80 Jahren.
Jürgen Ponath | textpoint Redaktionsbüro
Tags: Arbeitsgemeinschaft, Senioren, Studium





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Am 28. Juni 2010 um 07:58 Uhr
Bei uns in München an der TU München ist das ähnlich - es gibt sehr sehr viele “Silber-Studenten”.
Ich finds toll, wenn man sich selber noch für so viele Sachen interessiert und sich weiter bilden will. Problematisch wirds allerdings, wenn deswegen junge Studenten keine Studienplätze kriegen, weil einfach kein Platz mehr da ist.
Bei uns in der Astronomie Vorlesung z.b. sind die ersten 3 Reihen voll mit Rentnern und hinten stehen die jungen Leute und müssen im stehen mitschreiben. Sowas ist halt ungünstig….
Am 19. Juli 2010 um 08:42 Uhr
Ja, das mit den überfüllten Hörsälen ist dann aber doch eher verfehlte Hochschulpolitik. Es kommt zwar auf die Fächer an, aber meist werden Raumkapazitäten nicht entsprechend der angemeldeten Studentenzahl vergeben, weil man ja denkt das sowieso nicht soviel kommen, wie sich eingetragen haben.
Ich finde es sehr gut, wenn ältere Menschen sich dazu entschließen, noch einmal zu studieren. Das bringt unter anderem eine neue Perspektiven in manch eine Diskussion.
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