Überalterung in Deutschland - Das sind die Chancen!

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Die drei “Qualen im Alter”

Viele Menschen haben sich damit befasst herauszufinden, welche Faktoren für den einzelnen älteren Menschen Lebensqualität bedeuten. Ein Ansatz, der auf den amerikanischen Arzt William Thomas zurückgeht, ist die “Eden-Alternative“. Thomas hat herausgefunden, dass Einsamkeit, Hilflosigkeit und Langeweile die drei “Qualen des Alters” sind. Als er sich in den leeren Gang eines Altenheimes gesetzt hatte, wurde ihm klar, “dass unsere Bewohner übersättigt waren vom Therapiemenü und gleichzeitig nach Zuwendung hungerten”. Er entwickelte ein Konzept als Reaktion auf die Entbehrungen, die das Leben in einer pflegerischen Institution all jenen abverlangt, die auf eine solche Umgebung reduziert sind. “Jeder von uns wird im Alter schwächer, büßt Kräfte und Fähigkeiten ein und wird mit der Erfahrung leben müssen, dass seine Welt kleiner wird. Aber alte Menschen sind keine Opfer ihrer Gebrechen, die wir retten müssen, indem wir sie von allen Fragen des Lebens abschirmen und alles für sie - meist ohne sie zu fragen - perfekt strukturieren, organisieren und abwickeln. Anstatt nun Institutionen zu schaffen, die in erster Linie reibungslos funktionieren müssen, sollten wir uns mit dem Gedanken vertraut machen, dass wir zusammen mit älteren Menschen für ältere Menschen eine Welt gestalten, in der ein lebenswertes Leben stattfindet.”

Die Eden-Alternative

William Thomas entwickelte einen gesamtbetrieblichen Ansatz. Sein Prinzip: permanent darauf hören, was Bewohner und Mitarbeiter einer Gemeinschaft sagen. Grundsatz der Eden-Alternative ist beispielsweise, eine Gemeinschaft zu schaffen, in der sich das Leben um einen kontinuierlichen engen Kontakt mit Menschen, Tieren und Pflanzen dreht. Liebevolle Begleitung versteht er als bestes Mittel gegen Einsamkeit. Er legt Wert auf hohe Handlungskompetenz der Mitarbeitenden, auf Mitspracherecht und Wertschätzung der geleisteten Arbeit. Ihnen sollen Hilfe in schwierigen Situationen geleistet und unterstützende Supervision, Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten werden. Arbeitszufriedene Menschen pflegen besser, so der einleuchtende Grundsatz. Daher bieten die Heime nach dem Eden-Prinzip attraktive Arbeitszeiten, flache Hierarchien und ein der Leistung entsprechendes Gehalt.

Ältere Leute motivieren

Eine Studie untermauert die positiven Veränderungen innerhalb von fünf Jahren in einem Eden-Heim: Aggressive Zwischenfälle nahmen um 60 Prozent ab und die Medikamentengaben konnten erheblich reduziert werden. Durch die sinnvolle Beschäftigung mit Tieren, Pflanzen und Kindern wurden die Bewohner motiviert, ihr Bett zu verlassen. Lernte das Personal, den Bewohnern mehr Eigenverantwortung zu überlassen, wurden Fixiermaßnahmen überflüssig. Motiviertes Personal kommt gern zur Arbeit: Die Fehlstunden wurden um 48 Prozent und arbeitsbedingte Verletzungen des Personals um elf Prozent reduziert.
Seniorenheime, die die Eden-Philosophie umsetzen, gibt es nicht nur in den USA und der Schweiz. Im Jahr 2006 haben sich auch Heime in Deutschland, Österreich, Dänemark und Norwegen nach der Philosophie schulen lassen, um ihren Weg zu einer guten Lebensqualität ihrer Bewohner fortzusetzen.

Auf der Webseite toll-betreuung.de findet man weitere Vorschläge und Hinweise zum Thema Pflege und Betreuung für ältere Menschen. Hier gibt es Tipps und Tricks zum Thema.

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