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Umfrage: Angst vor dem Sterben?

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Die Senioren-Internetseite der Stadt Flensburg will es wissen: Haben Sie Angst vor dem Sterben? So lautet die Umfrage, die es zu beantworten gilt. Früher oder später muss sich jeder Mensch mit dem Ende des eigenen Daseins beschäftigen. Ob das mit Angst einhergehen muss, oder ob es Menschen gibt, die diesen Aspekt des Lebens einfach ausblenden – das Zwischenergebnis der Online Umfrage können sie nach einem eigenen Voting hier sehen.

Unsere Gesellschaft kennt nur noch wenige Tabu-Themen. Das Sterben und der Tod zählen sicher dazu. In jungen Jahren wird das Thema oft gänzlich ausgeblendet, es gibt viel aufzubauen und das Leben will erst einmal gestaltet werden. Mit dem Eintritt in die zweite Lebenshälfte gewinnen Themen wie Tod oder Sterben zunehmend an Bedeutung. Befragungen haben dabei gezeigt, dass Menschen, die nicht tief im Glauben verwurzelt sind, häufiger Angst vor dem Tod haben als Gläubige. Experten deuten dies als diffuse Angst vor dem Unbekannten und dem unwideruflichen Ende der eigenen Existenz. Je älter die Betreffenden werden, um so ausgeprägter ist das Angstgefühl, weil die „Uhr der Lebenszeit“ langsam abläuft. Wenig erstaunlich: Gläubige fürchten sich seltener vor dem Tod und dem Sterben. Für sie bedeutet das Ableben den Übergang in eine neue Welt – und gleichsam den Beginn einer neuen Existenz. Aber – und das sollte nicht verschwiegen werden: Besonders im Alter kämpfen viele gläubige Menschen unter ernsthaften Zweifeln und hadern mit der religiösen Auslegung des Lebensendes.

Auch die Angst vor einem schmerzhaften und langsamen Tod ist stark ausgeprägt. Auf Nachfrage geben die meisten Menschen an, sich einen schnellen aber zumindest sanften Tod zu wünschen. Besonders groß ist diese Sehnsucht, möglichen Schmerzen zu entgehen bei den Menschen, die den qualvollen Tod eines Schwerkranken miterleben mussten. Hier dreht sich das Verständnis von Tod plötzlich um: In diesem Kontext sprechen die meisten vom Tod als Erlösung.

Seelsorger und Psychologen raten zu einem offenen Umgang mit den Tabu-Themen wie Tod oder Sterben – die Planung des eigenen Ablebens inbegriffen. Eine Vorbereitung bezeichnen sie als sehr sinnvoll. So sollten alle wichtigen Dinge geordnet werden. Neben der Regelung des Nachlasses betrifft dies vor allem das eigene Ich. Zwischenmenschliche Dinge sollten zur Zufriedenheit aller geklärt, Streitigkeiten beendet werden. Und alles Ungesagte sollte endlich ausgesprochen werden. Das erleichtert die Seele deutlich und schlägt gewissermaßen den Bogen zum Leben.

Jürgen Ponath

Jürgen Ponath | textpoint Redaktionsbüro

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