Tabuthema Blasenschwäche
Eine Umfrage brachte es zutage: Jede fünfte Frau in Deutschland im Alter zwischen 25 und 75 Jahren leidet Blasenschwäche – zumindest gelegentlich. Unwissen und Scham sorgen dafür, dass die Frauen das Leiden gewissermaßen im stillen Kämmerlein ertragen. Nur jede zweite Frau sucht einen Arzt auf, um Hilfe zu suchen. Der Grund: Die meisten Frauen sind der Annahme, dass es keine Behandlungsmöglichkeiten gebe. Falsch! Es existieren wirkungsvolle Therapien die einer Blasenschwäche den Schrecken nehmen. Und für die Übergangszeit helfen Hygieneprodukte, die oftmals sogar von den Krankenkassen erstattet werden.
Das Thema wird nicht gerne öffentlich diskutiert: Unter Harninkontinenz versteht man die fehlende oder mangelnde Fähigkeit, den Blaseninhalt zu speichern und selbst zu entscheiden, wann die Blase entleert wird. Weil es verschiedene Ursachen des Leidens gibt, sollten Betroffene grundsätzlich von einem Arzt abklären lassen, was die Inkontinenz verursacht. Die häufigsten Formen der Blasenschwäche nennen die Experten Belastungsinkontinenz und Dranginkontinenz.
Belastungsinkontinenz: Bei Belastungen wie Heben, Halten, Tragen, Lachen oder Niesen verlieren die Betroffenen unkontrolliert Urin. In der Regel ist der Schließmuskel der Blase beeinträchtigt. Die Gründe liegen oft in Schwangerschaften oder durch Veränderungen des Hormonspiegels. Meist sind Frauen von dieser Form der Inkontinenz betroffen. Bei Männern können operative Eingriffe an der Prostata zur Inkontinenz führen.
Dranginkontinenz: Menschen, die plötzlich einen unkontrollierbaren Harndrang verspüren, leiden an der sogenannten Dranginkontinenz. Die Ursache dieser Form liegt in der Regel an einer Blasenentzündung oder der Instabilität des Blasenmuskels.
Für Abhilfe des Leidens können gymnastische Übungen sorgen, die gezielt auf den Beckenboden wirken. Entsprechende Kurse bieten nicht nur die örtlichen Volkshochschulen an. Zunehmend spezialisieren sich auch Fitness-Studios und Gesundheitszentren auf Übungsstunden zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur. Ziel des Trainings ist es, der Harnröhre zusätzlichen Halt zu geben und die Schließfunktion zu unterstützen. Wenn solche Therapien nicht wirken, dann können Medikamente helfen. Als letzte Behandlungsmöglichkeit kommt eine Operation in Frage.
Jürgen Ponath | textpoint Redaktionsbüro
Tags: Blasenschwäche, Inkontinenz, Senioren





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