Aktuelle Details zu Pflegestufen

Pflegerin bringt Handtücher zu Seniorin im HeimMit zunehmendem Alter fallen viele Dinge schwerer, die vorher selbstverständlich erschienen: Man kann schwerer laufen, sich in der Wohnung selbst versorgen oder für seine Körperhygiene sorgen. Vor dem Hintergrund der Alterung unserer Gesellschaft aufgrund der demoskopischen Entwicklung in nahezu allen Industriestaaten, so auch in Deutschland, wurden vier verschiedene Pflegestufen als Konzept entwickelt.

Diese sollen den älteren Menschen, welche der Pflege bedürfen, eine Unterstützung bieten und sie in Würde leben lassen. Doch viele Senioren in der Bundesrepublik sind sich nicht im Klaren darüber, welcher Pflegestufe sie zugeordnet werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen den Pflegestufen 0, I, II und III. Je nach Einstufung und verschiedenen anderen Kriterien können die Betroffenen etwa zwischen 450 Euro und 1650 Euro Unterstützung erhalten. Innerhalb der Pflegestufe III kann eine betroffene Person auch als sogenannter Härtefall eingestuft werden. Seit dem 1. Januar 2015 sind die Leistungen auch verbessert worden, was auf den Pflegestärkungsgesetzen beruht.

Ratschläge zur Begutachtung und zur Einstufung

Um ältere Menschen korrekt einzustufen, führt ein bevollmächtigter Gutachter einen Hausbesuch beim Pflegebedürftigen durch. Dieser Besuch ist immer angekündigt, kann auch nach Absprache mit dem Zuständigen verschoben werden. Zunächst ist es empfehlenswert, den Senior bei diesem Besuch nicht alleine zu lassen. Angehörige oder Pflegepersonal können bei dem Treffen in der Regel problemlos anwesend sein. Dies ist beispielsweise wichtig, um das Gespräch in geeignete Bahnen zu lenken. Beispielsweise die von vielen Betroffenen als peinlich empfundene Inkontinenz, die aber bei vielen älteren Menschen vorhanden ist, wird häufig geleugnet. Dabei ist sie bei der Begutachtung ein entscheidender Punkt.

Insgesamt ist es sinnvoll, das Gespräch mit dem Gutachter von vornherein zu üben. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, den Pflegeaufwand schon in den Wochen oder Monaten vorher glaubwürdig und übersichtlich zu dokumentieren. Ein Weg, dies zu erreichen, ist das Führen eines Pflegetagebuchs. Weitere wichtige Tätigkeiten sind etwa

  • das Zurechtfinden in der eigenen Wohnung,
  • das selbstständige Ankleiden (insbesondere Kleidung mit vielen Knöpfen oder komplexen Schließmechanismen),

  • die Zubereitung und der Genuss von Nahrung,

  • der Toilettengang und das folgende Händewaschen.

Manche Gutachter versuchen, den Betroffenen in eine möglichst niedrige Pflegestufe einzuordnen. Daher sollten Pflegebedürftige nicht versuchen, unbedingt zu zeigen, was sie alles selbsttätig erledigen können.

Wenn jemand aus dem Krankenhaus entlassen wird und es wahrscheinlich ist, dass danach eine Pflege vonnöten sein wird, findet der Besuch meist innerhalb einer Woche danach statt. Letztendlich gibt es sogenannte „pflegebegründende Diagnosen”, die bei der Beschreibung durch Verantwortliche in Krankenhäusern zumeist eine Pflege nach sich ziehen. Hierzu gehören beispielsweise erwiesene Demenz, totale Inkontinenz, Schlaganfälle oder Herzinsuffizienz. Zuletzt muss darauf hingewiesen werden, dass der erwähnte Gutachter nicht über die Pflegestufe entscheidet. Daher ist es nicht zu empfehlen, ihn danach zu fragen, sondern die Entscheidung wird von der Pflegekasse übernommen.

„Pflegestufe 0″

Seit dem 1. Juli 2008 besteht auch für Menschen mit einem niedrigen Hilfsbedarf, die nicht die Voraussetzungen für die Pflegestufe I erfüllen, der Anspruch auf eine finanzielle Unterstützung. Diese ist als „Pflegestufe 0″ bekannt. Der Betrag kann 100 oder 200 Euro pro Monat betragen. Bis ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff angewendet wird, bekommen die betroffenen Senioren seit dem 1. Januar 2013 noch sinnvollere Leistungen, die beispielsweise auch eine häusliche Betreuung einschließen können. Die Pflegebedürftigen können sich außerdem bei der Verbesserung des individuellen Wohnumfelds unterstützen lassen. Ansprüche bestehen weiterhin für Pflegehilfsmittel und die sogenannte Verhinderungspflege.

Pflegestufe I

Wer mindestens einmal am Tag bei mindestens zwei Alltagshandlungen Unterstützung benötigt, wird mit dem Begriff „erheblich pflegebedürftig” bezeichnet. Die Verrichtungen des Alltags können dabei aus einem oder mehreren Bereichen stammen. Dies kann sich auf die Ernährung, die hygienischen Alltagshandlungen oder die Mobilität beziehen. Eine weitere Bedingung für die Einordnung eines Seniors in die Pflegestufe I besteht darin, dass an mehreren Gelegenheiten in der Woche Hilfe bei der Verrichtung hauswirtschaftlicher Tätigkeiten notwendig wird. Dabei muss die dafür verwendete Zeit pro Tag (Durchschnitt) mindestens eineinhalb Stunden betragen. Von dieser Zeit muss wiederum die Hälfte für die Grundpflege aufgewendet werden.

Pflegestufe II

Muss eine Person zumindest drei Mal zu verschiedenen Zeiten an jedem Tag Hilfe erhalten, um die Grundpflege durchführen zu können, gilt sie nach deutschem Recht als „schwerpflegebedürftig”. Dies bezieht sich auf die verschiedenen, bereits genannten Bereiche der Grundpflege. Weiterhin ist es notwendig, dass mehrmals pro Woche Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung anfällt, da der Senior oder die Seniorin dies nicht mehr alleine leisten kann. Dabei muss der tägliche Durchschnitt für den Pflegeaufwand zumindest 180 Minuten betragen, wovon 120 Minuten für die Grundpflege aufgewendet werden müssen.

Pflegestufe III

Ist der Bedarf an Unterstützung bei der Grundpflege so beschaffen, dass er jederzeit, tagsüber und in der Nacht, eintreten kann, dann ist die betroffene Person schwerstpflegebedürftig. Außerdem muss ein schwerstpflegebedürftiger Mensch wie bei der Pflegestufe II auch bei der Versorgung der Hauswirtschaft Unterstützung benötigen. Der Durchschnitt pro Tag beträgt in der Pflegestufe III mindestens fünf Stunden für die Pflege insgesamt. Davon entfallen vier Stunden auf die Grundpflege. Sind all diese Bedingungen nicht nur erfüllt, sondern wird eine noch intensivere Pflege benötigt, die

  • sechs Stunden pro Tag, davon mindestens drei Mal nachts in Anspruch genommen wird oder
  • von mehreren Pflegern gleichzeitig durchgeführt wird

so wird die betroffene Person als Härtefall betrachtet.

Quelle: Walzvital.de

  • 19. Januar 2015
  • Teilen:   facebook   facebook

Ab Januar 2015 erhöht sich der Zuschuss für Treppenlifte

fotolia_62595236_subscription_monthly_m

Wer die Anschaffung eines Treppenliftes plant, kalkuliert dabei meist die Förderung von bis zu 2.557 Euro mit ein. Laut Paragraph 40 des Sozialgesetzbuchs IX kann dieser Zuschuss pro Person und Maßnahme beantragt werden. Ab Januar 2015 erhöht sich der Betrag auf 4.000 Euro.

Den ganzen Beitrag lesen »

  • 21. Dezember 2014
  • Teilen:   facebook   facebook

Zahnchirugie – Was ist das überhaupt?

bild_11
Beim Thema Zahnchirurgie denken die meisten Menschen an eine operative Entfernung von Zähnen – doch die moderne Kieferchirurgie bedeutet oft auch die Rettung von Zähnen. Selbst hoffnungslose Zähne dienen dann – einen entsprechenden Eingriff vorausgesetzt – später nach als Pfeiler für eine Brücke, Krone oder Prothese.

Den ganzen Beitrag lesen »

  • 27. September 2014
  • Teilen:   facebook   facebook

Mietwagen im Urlaub: Kann man auch „zu alt“ sein?

Nach einem langen Arbeitsleben wollen Senioren ihren Ruhestand genießen und „etwas von der Welt sehen”. Bei Reisen für Senioren denkt man oft an Kaffeefahrten oder Busreisen, doch das ist weit gefehlt. Denn aktive Senioren verstehen sich oft eher als Globetrotter, die aufregende und exotische Ziele erkunden wollen. Wenn sie das eigene Auto zu Hause lassen und mit dem Flugzeug in den Urlaub starten wollen, stellt ein Mietwagen für sie die Lösung dar, um die individuelle Mobilität vor Ort zu gewährleisten. Allerdings müssen die Mieter einiges beachten.

Ist das Alter ein Hinderungsgrund? Kann sein, muss aber nicht

Deswegen sollten sich Senioren vor ab - am besten schon bei der Buchung der Reise - darüber informieren, ob es in ihrem Reiseland Einschränkungen bezüglich des Höchstalters für die Autovermietung gibt. Denn das ist weder europa- noch weltweit einheitlich geregelt, auch wenn Fahreignungstests für Senioren immer wieder diskutiert werden. Zusätzlich wird von den Autovermietungsfirmen das Thema „Alter” höchst unterschiedlich gehandhabt. Das wird etwa auf der Insel Mallorca besonders deutlich: Einige Vermieter haben grundsätzlich ein Höchstalter, bei anderen werden zusätzliche Kosten für Mieter ab 75 Jahren fällig, deren Höhe sich nach der Fahrzeugkategorie richtet, andere verlangen eine zusätzliche Versicherung, die vor Ort abgeschlossen werden muss.

In Spanien und Italien müssen Senioren mit Beschränkungen rechnen, während etwa in Portugal und den USA keine maximalen Altersgrenzen gelten. Ebenso müssen sie auch auf der grünen Insel Irland damit rechnen, gegebenenfalls bei mehreren Anbietern eine Anfrage machen zu müssen. Hertz Ireland etwa verlangt für Mieter zwischen 76 und 79 Jahren die Bestätigung ihrer Versicherung, dass sie in den vergangenen fünf Jahren unfallfrei gefahren sind sowie eine ärztliche Bescheinigung, die eine gute körperliche Verfassung attestiert.

Vermittlungsplattformen wie CarDelMar haben zwar keinen Einfluss auf die möglichen Altersgrenzen bei ihren Vertragspartnern, ob es Beschränkungen gibt oder ob die Senioren bestimmte Unterlagen beibringen oder einen höheren Tarif bezahlen müssen, erfahren sie hier jedoch schon bei der Buchung. So bietet etwa die Autovermietung Avis mit dem 60-Plus-Tarif ein Angebot mit erweiterter Haftungsreduzierung im Schadensfall oder bei Diebstahl an, dieser gilt jedoch nur in Deutschland, den USA und einigen anderen europäischen Ländern.

Autofahren im Alter: ein viel diskutiertes Thema

Auch in Deutschland wird das Thema Autofahren und Senioren immer wieder diskutiert. Die Befürworter einer Altersgrenze oder eines Seniorenführerscheins argumentieren, dass sowohl Sinnesschärfe als auch Reaktionsvermögen mit zunehmendem Alter nachlassen und deshalb die Unfallgefahr steigen könnte. Diesem Argument widerspricht jedoch eine Studie des ADAC, wonach die Unfallrate bei Senioren über 65 Jahre trotz eines wachsenden Anteils an der Bevölkerung bei weniger als sieben Prozent liegt. Am häufigsten werden Unfälle von Menschen zwischen 25 und 39 Jahren verursacht. Allerdings sind Senioren auch sensibler geworden, was ihre Fahrtüchtigkeit betrifft. Beispielsweise bietet der ADAC Berlin-Brandenburg ein Fahrsicherheitstraining für Senioren an, das sich wachsendem Interesses erfreut. Entscheidend ist also nicht das Alter des Fahrers, sondern die Bereitschaft, Verantwortung für die eigene Fahrtüchtigkeit zu übernehmen. Das gilt auch und gerade im Urlaub, wo man sich mit fremden Gegebenheiten auseinandersetzen muss.

  • 29. August 2014
  • Teilen:   facebook   facebook